Bergmannsminiaturen sind begehret Sammelobjekte.

Zinngießen im Erzgebirge

Erzgebirgische Traditionen in Holz sind weltweit gefragt und bekannt. Es kann aber passieren, und das wohl besonders rund ums westerzgebirgische Schneeberg, dass der aus Holz geglaubte Bergmann mächtig schwer und kalt in der Hand liegt. Denn weiter zurück als die Geschichte geschnitzter Bergleute geht die, der in Zinn gegossenen Zeugen bergmännischer Vergangenheit.

Bereits im 16. Jahrhundert arbeitete Zinngiessermeister Stephan Lichtenhahn in Schneeberg. Mit seinen Werken machte er die Bergstadt in ganz Europa bekannt. Rund 100 Jahre später war es Johann Georg Junghans, der mit grosser Wahrscheinlichkeit den ersten Bergmannsleuchter in Zinn goss.

Bis zu fünf Zinngiesser gleichzeitig verdienten zeitweise mit dieser Handwerkskunst in und um Schneeberg ihr Brot. Gebrauchsgegenstände gehörten ebenso zu ihren Produkten, wie sakrale Kunstwerke für die Kirchen der Umgebung. Mit der Auflösung der Schneeberger Zunft der Zinngiesser im Jahre 1888 begann der Niedergang dieses Handwerks und Anfang des vorigen Jahrhunderts schloss die letzte Werkstatt ihre Pforten.

Die Bergmannsglocke von St. Wolfgang zu Schneeberg.

In deren Fussstapfen trat nun vor zehn Jahren Bernd Sparmann, ein Holzbildhauer, der seit 1971 Erzgebirgisches in Holz schuf. In diesen Jahren sind Hunderte verschiedene Bergmänner in Zinn entstanden, für die es mittlerweile eine richtige "Sammlergemeinde" gibt. "Die Kombination zwischen Holz und Zinn bietet ideale Möglichkeiten zur Vervielfältigung", so Bernd Sparmann.

Dabei muss der Laie schon richtig hinschauen, um den Unterschied zwischen Holz und den ebenso perfekt bemalten Zinn-Bergmännern zu erkennen. "Für mich bietet dieser Tanz auf zwei Hochzeiten ein interessantes Arbeitsfeld", so der Zinngiesser.

Dabei verlassen seine Werkstatt, zu der eine kleine Galerie gehört, auch solche Souvenirs wie der Schneeberger Brunnenbergmann, Bergmannsleuchter und Buckelbergwerke sowie der Kuppelbau der Dresdner Kreuzkirche.

Das Interesse an der alten Kunst des Zinngiessens wächst, darüber freut sich Bernd Sparmann. Zu finden ist seine Galerie in Schneeberg am Drachenkopf 11, nur wenige Schritte vom Markt entfernt.
 

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